Laparoskopie - Endoskopische Kastration
Dr. Klaus Lehmann hat während seiner 7jährigen Tätigkeit auf der Klinik für Chirurgie und Augenheilkunde der Veterinärmedizinischen Universität die endoskopische, oder auch laparoskopische Kastration bei der Hündin in Österreich eingeführt. Die Laparoskopie (das Wort setzt sich zusammen aus "Bauch" und "schauen", d.h. in den Bauch hineinschauen; Endoskopie bedeutet allgemein "nach innen schauen") wird beim Menschen seit Jahren bei vielen Erkrankungen angewendet, bei der Gallenblasenoperation zum Beispiel ist diese Methode bereits der "Golden Standard".
Bei der herkömmlichen Kastrationstechnik durchtrennt der Chirurg die Bauchdecke der Hündin über eine Länge von mehreren Zentimetern, um zu den Geschlechtsorganen zu gelangen.
Die sehr viel sanftere Methode ist die laparoskopische (od. endoskopische) Kastration.
Bei der laparoskopischen Kastration werden nur drei kleine Hautschnitte (jeweils 5 mm groß) benötigt: Über eine dieser kleinen Öffnungen wird eine Optik in den Bauchraum vorgeschoben. Bei der Optik handelt es sich um einen 7 mm im Durchmesser und 25 cm langen Stab, in dem ein Linsensystem und die Lichtfaserkabel angeordnet sind. An das Ende der Optik wird eine Kamera befestigt, die die Bilder aus dem Bauchinneren über einen Videorekorder auf einen Monitor überträgt. Nun kann sich der Chirurg im Bauchraum Übersicht verschaffen. Über die beiden anderen Zugänge werden Trokare eingeführt, das sind dünne Röhrchen, durch die der Chirurg die notwendigen Arbeitsinstrumente in die Bauchhöhle einbringen und von außen die Kastration, das heißt, eine Entfernung der Eierstöcke und der Gebärmutterhörner durchführen kann.
Die Vorteile dieser Methode gegenüber der herkömmlichen Kastration sind bestechend:
- Nachdem die Bauchwand nicht über einen langen Schnitt eröffnet werden muß, sondern nur drei winzige Löcher erforderlich sind, sind bei der endoskopischen Kastration die Schmerzen nach der Operation messbar geringer als bei der herkömmlichen Kastration.
- Eine Nahtdehiszenz, das heißt ein Aufgehen der Operationswunde ein paar Tage nach der Operation durch Überbelastung oder Belecken der Wunde ist bei der endoskopischen Kastration sehr unwahrscheinlich, weil die Wunden so klein sind.
- Leinenzwang ist nicht notwendig.
- eine lästige Halskrause nach der OP
- Bereits am Tag nach der Operation darf sich die Hündin uneingeschränkt bewegen (Agility, Kurse, Jagd, ...)
- Natürlich erreicht man durch die endoskopische Kastration ein deutlich besseres kosmetisches Ergebnis.
Die Laparoskopie wird aber auch bei anderen Indikationen eingesetzt, z.B. bei kryptorchiden Rüden (d.h. ein oder beide Hoden sind nicht vollständig abgestiegen und daher noch im Bauchraum), zur Untersuchung der Bauchorgane nach krankhaften Veränderungen und zur Entnahme von Proben aus erkrankten Organen.
Laparoskopie (pdf Datei, 132kb)
Thorakoskopie (Brusthöhlenspiegelung)
Die Thorakoskopie wird vor allem zur Entnahme von Gewebestücken angewendet.